60 Jahre Musikschule

60 Jahre Musikschule – Anlass genug, diesen Geburtstag angemessen zu feiern. Am Samstag, 19. September, findet im Ruhrfestspielhaus der „Tag der Musik(schule)“ statt. Solisten, Ensembles und Orchester geben von 14 bis 17.30 Uhr Musik aller Stile und Epochen zum Besten. Um 18 Uhr folgt der feierliche Festakt. Alle Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

„Es macht mich stolz, dass Recklinghausen auf 60 erfolgreiche Jahre Musikschule zurückblicken kann und die Schülerinnen, Schüler und die Lehrkräfte so lange schon unser Stadtleben mit tollen Konzerten bereichern“, sagt Bürgermeister Christoph Tesche. „Die Musikschule bietet allen Interessierten vielseitigen Musikunterricht. Ob Mandoline, Gitarre, Violine, Querflöte, Saxophon, Klavier oder Schlagzeug – für jeden ist etwas dabei.“

Diese Vielseitigkeit können alle Recklinghäuser Bürger am 19. September im Ruhrfestspielhaus erleben. „Ganz bewusst wollen daher unsere Solisten, Ensembles und Orchester Stücke unterschiedlicher Musikstile und aus allen Epochen spielen“, sagt Kulturdezernentin Genia Nölle. Nähere Informationen zu diesem besonderen Tag folgen, wenn die Detailplanung zum Programm abgeschlossen ist.

Fest steht, dass 23 verschiedene Instrumente auf der Bühne im Ruhrfestspielhaus gespielt werden. Denn so viele – und Gesang – werden in der Musikschule unterrichtet. Hinzu kommt die Möglichkeit, in einem Ensemble, Chor oder Orchester zu musizieren, die musikalische Früherziehung zu besuchen oder Kurse, die in Kooperation mit den Schulen angeboten werden, zum Beispiel aus dem Bereich „Jedem Kind ein Instrument“ (JeKi) zu wählen. Dann gibt es noch Kurse mit nichtschulischen Partnern wie dem Johanniswerk und dem Haus Regenbogen, wo 2014 mithilfe einer Förderung durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank ein Projekt in Anlehnung an „STOMP“ stattgefunden hat: Musik und Rhythmus mit Alltagsgegenständen. Ab dem Schuljahr 2015/16 folgt auf JeKi das Programm „Jedem Kind Instrumente, Tanz, Singen“ (JeKits).

„Das Lieblingsinstrument ist mit etwa 500 Schülern die Gitarre, aber auch die klassischen Instrumente wie Klavier, Querflöte und Violine sind sehr beliebt“, sagt Musikschulleiter Stefan Prophet.

Aktuell nehmen circa 2.400 Schüler die verschiedenen Angebote wahr. Damit ist die Schülerzahl in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. 1960 gab es zum Beispiel 500 Schüler, 1975 und 2005 waren es circa 1.000 bis 1.100.

Die Wurzeln der Musikschulen in Deutschland sind zum einen auf die Jugendmusikbewegung zurückzuführen, die sich wiederum unter anderem aus der um 1917 existierenden Musikantengilde formierte, zum anderen auf die Reformpädagogik in der Zeit der Weimarer Republik. Dem Beispiel einer Gründung einer Jugendmusikschule in Berlin-Charlottenburg folgend, gab es in den Jahren danach in vielen deutschen Städten sogenannte Volksmusikschulen. In Recklinghausen wuchs die Idee einer Musikschulgründung nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 24. Februar 1955 beschloss der Rat der Stadt Recklinghausen die Gründung einer Jugendmusikschule. Am 16. Mai 1955 nahm sie ihren Unterrichtsbetrieb auf, zunächst in Schulklassen, dann im „Roten Haus“ am Herzogwall und in einem heute nicht mehr existierenden Schulgebäude an der Hertener Straße. Seit 1980 hat die Musikschule ihren Sitz im Willy-Brandt-Park in der ehemaligen Landratsvilla des Grafen Felix von Merveldt aus dem Jahre 1887.

Ende der fünfziger Jahre folgte die Mitgliedschaft im Verband Deutscher Musikschulen (VdM), unter dessen Dach sich 1952 zwölf öffentliche Musikschulen zusammengeschlossen haben. Heute gehören circa 950 Musikschulden dem VdM an, sodass die Recklinghäuser Musikschule zu einer der ältesten Mitgliedsschulen zählt.

„Die Entwicklung der Musikschulen ist auch ein Spiegel ihrer Zeit“, sagt Prophet. „Während zu Beginn nebenamtliche Lehrkräfte oftmals ohne instrumentale oder pädagogische Ausbildung unterrichteten, stieg der Professionalisierungsgrad spätestens mit der Bildungsreform der siebziger Jahre und der Einrichtung von musikpädagogischen Studiengängen.“ Immer wieder flossen neue und aktuelle Strömungen wie Pop, Jazz, Folklore in die Musikschularbeit ein, hinzu kam die Aufnahme weiterer Instrumente wie E-Gitarre und Keyboard in den Unterrichtskanon, und es gab mehr Angebote für Kinder im Vorschulalter.

In den neunziger Jahren folgte die Öffnung der einstigen Jugendmusikschulen auch für Erwachsene. „Aus den Jugendmusikschulen sind dann endgültig Musikschulen geworden“, erklärt Prophet. „In Recklinghausen erfolgte die Streichung ‚Jugend‘ im Namen ‚Jugendmusikschule‘ und die Umbenennung in ‚Musikschule‘ bereits 1970, womit Recklinghausen wiederum sehr weit vorne lag.“

Das neue Jahrtausend brachte schließlich weitere grundlegende Änderungen mit sich. „Hier gab es einen bedeutenden Wandel in der musikalischen Bildungsarbeit der Musikschulen“, sagt Prophet. „Die Kooperationen mit Schulen wurden intensiver, nachdem die Zusammenarbeit vor allem mit den weiterführenden Schulen im Bereich von Bläser- und Streicherklassen einen ersten Schritt bedeutet hatten.“ Dann kamen Programme wie JeKi hinzu, die zwar Herausforderungen bedeuteten aufgrund der großen Gruppen, der gemischten Ensembles und unterschiedlichen Instrumente. „Aber gleichzeitig eröffneten sie den Musikschulen neue Perspektiven, denn dadurch konnten neue Schülergruppen gewonnen werden, die den Weg zur Musik und zur Musikschule sonst vielleicht nicht gefunden hätten“, erläutert Prophet. „So kann auch die Musikschule ihre Position als öffentliche Bildungseinrichtung wesentlich wirksamer wahrnehmen.“

Zudem haben Kurs- und Projektangebote an Bedeutung zugenommen, auch für Erwachsene bzw. Senioren. „So sind musikalische Bildungsangebote über das Erlernen eines Instruments hinaus beliebt, weil darin auch die Begegnung, das gemeinsame Erleben und das gemeinsame Musizieren im Mittelpunkt stehen“, erklärt Prophet. Umfassende Informationen zum Angebot der Musikschule gibt es auf www.recklinghausen.de/musikschule bzw. www.musikschule-recklinghausen.de.

10. Juni 2015, 16:40 Uhr

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