Stadtsportverband kündigte "krankheitsbedingt"

Recklinghausen / Herne. Erst versagte ein Knie seinen Dienst, dann sorgte noch eine Lungenentzündung für eine längere Arbeitsunfähigkeit. Und so kamen in den letzten drei Jahren 246 Krankheitstage einer Reinigungskraft des Stadtsportverbandes Recklinghausen zusammen. Die für 700 Euro monatlich beschäftigte Frau mit einer Wochenarbeitszeit zwischen 16 und 18 Stunden gehörte zum Team des Stadtsportverbandes, das für die Reinigung auf den Sportanlagen zuständig ist.

Durch die immer wiederkehrenden Arbeitsunfähigkeiten mit auch immer wieder neuen Lohnfortzahlungs-Zeiträumen "kam es zu Unruhe und Unzufriedenheit bei den übrigen Mitarbeitern und zur erheblichen Störung von Arbeitsabläufen", wie der fürs Personal zuständige Mitarbeiter Livera und Verbandskassierer Lothar Gradig jetzt im Gütetermin Arbeitsgerichts-Direktor Dr. Dewender erläuterten. Dort hatte die Reinigungskraft mit Rechtsanwalt Sczuka Klage gegen ihre fristgerechte Kündigung vom 23. April zum 30. Juni erhoben.

Nun sind krankheitsbedingte Kündigungen durchaus möglich, wie der Richter erläuterte. Doch die Anforderungen an solche Kündigungen sind ziemlich hoch. So müssen beispielsweise Krankheitszeiten von über sechs Wochen nicht nur in einem Jahr vorliegen, wenn es um eine negative Zukunftsprognose geht. Im konkreten Fall war diese Voraussetzung für das Jahr 2013 nicht erfüllt. Und für die Zukunft schloss Klägeranwalt Sczuka eine derartige Prognose auch aus. Seine Mandantin, die nach einer Knieoperation im Januar und einer Reha-Maßnahme im Februar zwei Tage nach Wiederaufnahme der Arbeit wieder wegen des Knies zuhause bleiben musste und bis zum 16. Juni arbeitsunfähig sei, könne jetzt auf "ausgeheilte Operationsfolgen" verweisen.

Arbeitsgerichtsdirektor Dr. Dewender brachte beide Seiten schließlich auf den Weg der Einigung. Sein Vorschlag, es bei der fristgerechten Kündigung zu belassen und der Klägerin "zur Wahrung ihres sozialen Besitzstandes eine Abfindung von 2.200 Euro zu zahlen," wurde von beiden Seiten nach getrennten Beratungen schließlich akzeptiert. (AZ 4 Ca 1257/15)

Text: Helge Kondring 09. Juni 2015, 17:10 Uhr

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