Von dem Pferd und der Frau im Wald

Autorenlesung in der Buchhandlung Droste

Anna SchrapeFoto: André ChrostAnna Schrape

„Es ist ein so besonderes Buch, so dass jeder Versuch es zu beschreiben, nur unzureichend sein kann“, sagte eine Leserin nach der Lektüre des Buches „Von dem Pferd und der Frau im Wald“ von Anna Schrape. Es handelt sich hierbei nicht um eine fiktive Geschichte, sondern über die Erlebnisse, die die Recklinghäuser Autorin mit ihrer Stute „Dullin“ erlebt hat.

Anna Margaret Stuart Schrape, schottischer-englischer Abstammung und in London geboren, kam im Alter von 20 Jahren während ihres Studiums der Germanistik und Philosophie nach Deutschland. 1969 zog sie nach Recklinghausen, bekam eine Anstellung am Marie-Curie-Gymnasium und lernte ihren Mann kennen, der als Cellist beim Westfälischen Sinfonieorchester spielte.

Anna SchrapeFoto: André ChrostAnna Schrape

Als Kind durfte sie nicht reiten und erst auf einer Klassenfahrt nach Langeoog wurde sie von ihren Schülerinnen überredet zum Reiten mit zu kommen. „Und plötzlich wusste ich, das ist das, worauf ich mein Leben lang gewartet habe“, sagte sie zurückblickend. Nach schlechten Erfahrungen als Pflegereiterin, war ihr klar, dass sie ihr eigenes Pferd haben musste. So kaufte sie „Dullin“, ein sechsjähriges Dressurpferd.

Der Wunsch gut zu reiten war das vorherrschende Ziel. „Wettbewerbe haben mich nie interessiert, schon gar nicht von Richtern bewertet zu werden“, erzählte die Autorin. „Die Ansicht Vieler, dass man auf Turniere gehen muss, teile ich nicht. Vielmehr ist das konzentrierte Lernen durch Hinhören auf das Pferd viel wichtiger als das Präsentieren des Pferdes im Wettbewerb.“

Ihre Zeit des Reitens war vorbei, als die Arthrose bei „Dullin“ immer schlimmer wurde. Doch anstatt auf die Empfehlung eines Arztes zu hören, sich ein neues Pferd zu kaufen, behielt sie ihre Stute und begann lange Waldspaziergänge zusammen mit ihrem Pferd zu machen. Spaziergänger, denen sie begegnete, staunten, dass sie ihr Pferd frei laufen lassen konnte ohne Angst haben zu müssen, es es würde nicht mehr zurück kommen. Jeder konnte so seinen eigenen Weg gehen, teilweise mit einem Abstand von einhundert Metern, weil sie wußten, dass sie immer wieder zusammenfinden würden. „Ich denke, ich habe den Zugang zu dem Pferd gefunden durch meine keltischen Wurzeln“, erklärte Anna Schrape.

Diese Zeit mit „Dullin“ beschreibt sie in ihrem Buch, das kein Ratgeber sein soll. „Ich will niemanden kritisieren oder meinen Finger hochheben oder so tun, als ob ich so besonders clever wäre und Sachen kann, die andere nicht können“, sagte die Autorin, die nicht als Pferdeflüsterin bezeichnet werden möchte. „In dem Buch steht, was ich mit meinem Pferd gemacht habe. Und wenn man Schlüsse daraus zieht und es nachmachen möchte, dann ist es gut. Aber man muss es nicht“, sagte Anne Schrape abschließend.

Wer mehr über Anna Schrape und ihr Buch erfahren und wissen möchte, wie die Geschichte mit Dullin ausgeht, kann dies am Mittwoch, 24. Juni 2015 um 19.30 Uhr bei einer Autorenlesung in der Buchhandlung Droste in Herten erfahren

Eintritt: VVK 7 €, AK 9 €.

DullinFoto: Anna SchrapeDullin
Text: André Chrost 18. Juni 2015, 12:46 Uhr

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